Was sagt Airen über Axolotl und Hegemann?

Geschrieben von Dr. Books am 15. Februar 2010 | Abgelegt unter Über Autoren

“Alle, wirklich alle wollen mit mir reden”, zitiert die Süddeutsche Zeitung den Blogger Airen. Dessen Roman “Strobo” verdankt Helene Hegemann die schmuddeligen Stellen in ihrem Remix namens “Axolotl Roadkill”. Und den schmuddeligen Stellen wiederum den Platz auf den Bestsellerlisten.

“Strobo” indes hat der Subkultur Verlag im letzten Sommer mit gerade einmal 600 Exemplaren an den Start gebracht. “Mein Buch hat mir eigentlich nur Nachteile gebracht”, sagt Airen in der SZ. “Keiner hat es besprochen, ich wurde wegen Drogenhandels festgenommen.” Helene Hegemann habe noch keinen Kontakt mit ihm aufgenommen – obwohl sie, wie Airen, in Berlin wohnt.

Knapp bei Kasse sei er zur Zeit. Umso freudiger erwarten Autor und Verlag die Nachhonorierung vom Ullstein Verlag. Man habe sich geeinigt, sagt Strobo, Genaueres dürfe er nicht sagen. Auch ist “Strobo” inzwischen über amazon.de lieferbar und rangiert inzwischen auf Platz 71 der Topseller.

Dass Hegemann mit ihrem Buch den Erfolg hat, von dem Airen und sein Verlag wohl nicht einmal zu träumen gewagt hätten, wurmt den Blogger angeblich nicht. Eher sind es die ungleich verteilten Möglichkeiten der Medienpräsenz. Während er im finsteren Berliner Club Berghain seine exzessiven Erfahrungen mit Drogen und schnellem Sex gesammelt habe, über die Airen in “Strobo” geschrieben hat, hätte Helene Hegemann in der Volksbühnenkantine gehockt und all den Schlingensiefs und Castorfs zugehört, die ihr Vater, der Ex-Dramaturg, kannte. Diese wiederum hätten durch ihre Kontakte die Medienmaschinerie zu Gunsten der Jungautorin angeworfen.

SZ-Reporter Ralph Schmitz ist dabei, als Airen den Fernsehauftritt von Helene Hegemann bei Harald Schmidt anschaut. “Das ist ungerecht”, mault Airen. “Er hat ihr Buch zehnmal in die Kamera gehalten und meines überhaupt nicht.”

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